Borussen-Trainer Frank Leppek ist als Psychologe gefragt
"Nach 20 Minuten dachte ich, hier können wir sogar zweistellig verlieren", erklärte André Hollo, Trainer von Union Bestensee. Seine Schützlinge unterlagen beim FC Borussia Belzig mit 2:4.
"Wir spielten schlecht wie noch nie, steigerten uns aber. Dabei profitierten wir vom Nachlassen der Gastgeber. So hätten wir mit ein bisschen Glück sogar einen Punkt holen können. Die Chance zum 3:3 besaßen wir noch."
Der noch sieglose Vorletzte erzielte in den sieben Partien davor nur vier Treffer. Trotzdem wurde er sofort offensiv. "Das ist gar nichts , ihr habt keine Spannung, agiert zu lässig", kritisierte Trainer Frank Leppek schon nach fünf Minuten seine Borussen. Drei Minuten später klang er schon etwas gelöster. "Das war der erste gute Angriff", rief er.
Alexander Proske setzte zehn Meter vor der Mittellinie zum Solo an. Da er nicht angegriffen wurde, marschierte er bis in den Union-Strafraum und vollendete per exakten Linksschuss ins lange Eck zum 1:0. Rick Leppek vergab das sichere 2:0 (13.), das dann Solo Agbor gelang (15.). Mit dem 3:0 von Lars Leschke, der eine scharfe Eingabe Martin Grauls von der Grundlinie direkt in die Maschen schmetterte (18.), begann jedoch eine Phase bei den Borussen, wo die Einstellung nicht in Ordnung war. So unkonzentriert, ja teilweise überheblich (z. B. bei den Torchancen) sollte auch bei deutlicher Überlegenheit nicht aufgetreten werden.
"Kämpfen können auch die Mannschaften ganz unten", meinte Frank Leppek, der nun als Psychologe gefragt ist. Im Kopf muss sich bei seinen Schützlingen etwas ändern. In anderen Teams ist der Torjäger nicht 40 Jahre alt wie der gerade reaktivierte Dirk Kubitza. Der bestritt nach einer Einwechslung in der Vorwoche sein erstes Spiel und traf in der 59. und 68. Minute.
Ein Freistoß-Tor von Martin Graul, bei dem der ebenfalls schon über 40 Jahre alte Union-Torwart half, brachte das erlösende 4:2 (90.).
FC Borussia Belzig: Köhler – Proske – Burow (ab 60. Schick), Forest, Bräuer – Leschke, L. und R. Leppek, Graul – Solo Agbor, Take (ab 78. Mentzel).
entnommen dem "Fläming-Echo" vom 22. Oktober 2007, geschrieben von Klaus Nüsser
Martin Graul bereitete das 3:0 vor und erzielte das erlösende 4:2 selbst.